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Alpenvereinsjahrbuch „BERG 2020“ – Im Fokus Eis und Klimaerwärmung
Der Gepatschferner ist nach der Pasterze der zweitgrößte Gletscher Österreichs. Foto: B. Ritschel
Der Gepatschferner ist nach der Pasterze der zweitgrößte Gletscher Österreichs. Foto: B. Ritschel

Alpenvereinsjahrbuch „BERG 2020“ – Im Fokus Eis und Klimaerwärmung

Das Alpenvereinsjahrbuch „BERG 2020“ wird seit Jahren in Kooperation der Alpenvereine in Österreich, Deutschland und Südtirol veröffentlicht. Die aktuelle Ausgabe beschäftigt sich unter anderem mit der Bergregion Arlberg, dem Thema Eis im Gebirge sowie der Dynamik der Klimaerwärmung.

Die DAV-Kalender „Welt der Berge“ und „High“ begleiten durch das kommende Jahr – mit atemberaubenden Landschaften und luftigen Extremsportaufnahmen auf zwölf großformatigen Seiten.

Die Rubrik BergWelten befasst sich mit einer der Skiregionen der Alpen schlechthin – dem Arlberg. Denn dieser Landstrich hat so viel mehr zu bieten – der Kalk der Lechtaler im Norden und das Urgestein des Verwall im Süden bilden einen vielfältigen Lebens- und Naturraum. BergWelten beleuchtet die Gebirgsregion aus den unterschiedlichsten Perspektiven: Auf der einen Seite die Bedeutung und Entwicklung des Skifahrens und die damit verbundenen Erschließungen, auf der anderen Seite der wilde Oberlauf des Lechs mit seiner unberührten Natur.

Eis im Gebirge ist das Thema der Rubrik BergFokus. Die Gletscher schmelzen, der Permafrost taut auf – welche Auswirkungen das auf den Klimawandel und den Naturraum Alpen hat, bringt dieses Kapitel eindrucksvoll näher. Von der weiteren Entwicklung der Gletscher abhängig ist nicht nur der Betrieb der dort ansässigen Skigebiete. Auch das Eisklettern hat, obwohl die legendären Nordwände der Alpen inzwischen abgeschmolzen sind, nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt.

Beim BergSteigen steht das Eisklettern aus einer physikalischen Perspektive im Vordergrund. Der Beitrag stimmt ein auf das Hauptthema „Risiken am Berg“. Wie viel Risiko sein darf und muss, zeigen die Ausbildungskurse „YOUNGSTERS“ der Alpenvereinsjugend Österreich. Gewisse Risiken gehören zum Bergerlebnis dazu, wichtig ist eine gesunde Einschätzung und Reflexion. Der Rückblick auf die Expeditionen des vergangenen Jahres verdeutlicht, dass auch die erfahrensten und talentiertesten Ausnahmealpinisten vor den Risiken nicht gefeit sind.

Biathletin Laura Dahlmeier, zweifache Olympiasiegerin und siebenfache Weltmeisterin, ist im Herzen eine Vollblut-Alpinistin. Im Gespräch mit Klaus Vestewig erzählt sie, was für sie den Reiz der Berge ausmacht, wie sie mit Extremsituationen umgeht und wie sie nach dem Ende ihrer Profikarriere zum Biathlon steht. Außerdem stellt die Rubrik BergMenschen weitere spannende Persönlichkeiten vor, wie zum Beispiel den Neo-Bergbauern Kaspar Nickles, der in ein kleines Bergdorf im Friaul gezogen ist, um dort mit seiner Familie ein nachhaltiges Leben in zeitgemäß interpretierter Tradition zu führen.

In BergWissen zeigt Patagonien-Spezialistin Dörte Pietron anhand wissenschaftlicher Daten und eigener Erfahrungen, wie grundlegend die globale Erwärmung das Klima und damit auch das Bergsteigen in Patagonien verändert hat. Außerdem geht es auf Zeitreise in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts: Pit Schubert berichtet eindringlich über erfolgreiche und missglückte „Schleusungen“ von DDR-Bürgern über das Elbsandsteingebirge in den Westen.

BergKultur setzt mit drei Erzählungen von Robert Renzler, Nicholas Mailänder und Rudolf Alexander Mayr einen außergewöhnlichen literarischen Schwerpunkt. Auch die Bergfilmwelt findet Erwähnung – von Arnold Fanck, über Luis Trenker bis zu den aktuellen Bergfilmen und den dazugehörigen Festivals. Dabei wird durchaus auch aus einer kritischen Perspektive auf die Bergsport und -filmwelt sowie deren Akteure und Sponsoren gesehen.

Weblinks:

 

Fotos: DAV/ÖAV/AVS

Alpenvereinsjahrbuch „BERG 2020“ – Herausgeber: Deutscher Alpenverein (DAV), Österreichischer Alpenverein (ÖAV) und Alpenverein Südtirol (AVS); Redaktion: Anette Köhler, Tyrolia-Verlag Innsbruck, 256 Seiten, ca. 280 Farb- und viele SW-Abbildungen, 21 x 26 cm, gebunden. ISBN 978-3-7022-3810-0 € 20,90. Erschienen im September 2019

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