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Berge in Flammen – Sonnwendfeuer 2019
Sonnwendfeuer im Ehrwalder Becken. Foto: Tiroler Zugspitz Arena / Somweber
Sonnwendfeuer im Ehrwalder Becken. Foto: Tiroler Zugspitz Arena / Somweber

Berge in Flammen – Sonnwendfeuer 2019

Wenn der längste Tag im Jahr auf die kürzeste Nacht trifft, wird in den Bergregionen der Sommer auf eine ganz besondere Weise begrüßt: Dann ist Zeit für die alljährlichen Bergfeuer. Die Tradition der Bergfeuer wird von Region zu Region sehr unterschiedlich gelebt.

Eines aber ist überall gleich: Die Bergfeuer sind ein eindrucksvolles Schauspiel – für Zuschauer sowohl im Tal als auch am Berg.

Der Brauch reicht zurück bis ins Mittelalter. In Bayern heißen Bergfeuer oftmals „Johannifeuer“ und werden nicht direkt zur Sonnwende am 21. Juni entfacht, sondern erst in der Nacht auf den 24. Juni, der sogenannten Johannisnacht. Diese Bezeichnung leitet sich vom Gedenktag der Geburt von Johannes dem Täufer am 24. Juni ab. In Tirol wird die Sonnenwende meist mit so genannten „Herz-Jesu-Feuern“ gefeiert. Namensgebend ist der Herz-Jesu-Schwur aus dem Jahr 1796, mit dem die Tiroler die Einheit im Kampf gegen Frankreich und Bayern herstellen wollten.

Alphornbläsern während der Sonnwendfeuer auf der Kampenwand. Foto: Kampenwandseilbahn GmbH / Eric Zbil
Alphornbläsern während der Sonnwendfeuer auf der Kampenwand. Foto: Kampenwandseilbahn GmbH / Eric Zbil

Sonnwendfeuer in den bayerischen Bergen

Dieses Jahr wird am Samstag, 22. Juni an der Kampenwand im Chiemgau der längste Tag im Jahr mit einem großen Sonnwendfeuer gefeiert. Das Fest inmitten der Berge startet 18 Uhr, auf der Sonnenalm gibt es kulinarische und musikalische Höhepunkte. Nach Einbruch der Dunkelheit wird, bei Musik von Alphornbläsern, das Sonnwendfeuer entzündet; die Bergbahn fährt an diesem Tag durchgehend bis Mitternacht.

Ähnliches gilt auf dem Wallberg: ab Rottach-Egern fährt die Bergbahn bis 22 Uhr auf den Gipfel, wo nach der Ankunft der letzten Gondel das Feuer entzündet wird. Am Brauneck im Isarwinkel wird’s ebenfalls am 22. Juni „feuerlich“, wenn nach dem Dunkelwerden das Johannifeuer entzündet wird. Die Brauneck-Bergbahn fährt bis 22:00 Uhr hinauf, die letzte Talfahrt ist um 24:00 Uhr.

Sonnwendfeuer in Tirol

Am 22. Juni werden auch die Berge am Wilden Kaiser zur Sonnenwende „brennen“: am Brandstadl in Scheffau, am Hartkaiser in Ellmau – die dortige Bergstation bietet eine besonders gute Aussicht zu den Feuerbildern, auf der Hohen Salve und auf vielen anderen Gipfeln.

Auch in den Kitzbühler Alpen erleuchten unzählige Feuer die Nacht der Sonnwende. Gut zu sehen sind diese von der Bergstation Harschbichl bei St. Johann. Die Bergbahnen fahren bis 21 Uhr bergauf, ins Tal kann man sich zwischen 23 und 24 Uhr gondeln lassen.

Ehrwald - Berge in Flammen. Foto: Tiroler Zugspitzarena
Ehrwald – Berge in Flammen. Foto: Tiroler Zugspitzarena

Ein besonders beeindruckendes Schauspiel findet schließlich an der Tiroler Seite der Zugspitze statt: Am Abend des 22. Juni erleuchten zahlreiche Feuer mit unterschiedlichen Motiven – von Symbolen aus Mythologie und Glaube bis hin zu aktuellen Themen – die Berge rund ums Ehrwalder Becken. Beginn ist 22 Uhr. Seit 2010 gelten diese Bergfeuer als immaterielles UNESCO Kulturerbe.

Praktische Tipps

Altar und Glocke. Tiroler Zugspitz Arena | Foto Somweber
Altar und Glocke. Tiroler Zugspitz Arena | Foto Somweber
  • Alle Sonnwendfeuer sind gut vom Tal aus zu sehen. Manchmal lohnen sich aber ein paar Schritte zu einem talnah gelegenen Aussichtspunkt.
  • In anderen Fällen ist es ein großartiges Erlebnis, mit einer Bergbahn zu einem hoch gelegenen Aussichtspunkt zu fahren. Wie beschrieben, bieten einige Bergbahnen den Service einer abendlichen Fahrt zum Sonnwendfeuer-Termin an.
  • Ob talnahe Wanderung oder ein paar Schritte in der Nähe einer Bergstation: Der Deutsche Alpenverein empfiehlt für diese Fälle angepasste Ausrüstung, bestehend aus Bergschuhen mit einer rutschfesten, profilierten Spezialsohle sowie wetterfester und warmer Bekleidung. Außerdem sollten eine Stirnlampe, Sitzkissen und Verpflegung nicht fehlen. Außerdem unbedingt die Fahrzeiten der Bergbahnen und die Ruhezonen von Wildgebieten beachten.
  • Bei ungünstigen Wetterprogrognosen behalten sich die Organisatoren vielerorts vor, die Bergfeuer zu verschieben oder abzusagen. Dazu nochmals auf den jeweiligen Websites der Tourismusregionen und Bergbahnen vorbeischauen.

Quellenhinweis: Deutscher Alpenverein

...danke für's WeitersagenTwitterFacebookPinterestEmailWhatsApp
Von
Knut Kuckel
Meine Meinung

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