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Tourenplanung – Gut vorbereitet in die neue Bergsaison
Nürnberger Hütte, Stubaier Alpen. Foto: Thilo Brunner/DAV
Nürnberger Hütte, Stubaier Alpen. Foto: Thilo Brunner/DAV

Tourenplanung – Gut vorbereitet in die neue Bergsaison

Ob in Tirol oder in Bayern – am Alpenhauptkamm liegt zurzeit noch überdurchschnittlich viel Schnee. Auf den Sonnenseiten ist der Schnee schon weitgehend geschmolzen, anders sieht das am Alpennordrand aus. Da gibt es noch eine ausreichend hohe Altschneedecke.

Das soll sich jetzt ändern. Zeit für die Planung erster Frühjahrstouren.

Am Alpenhauptkamm liegt momentan weiterhin überdurchschnittlich viel Schnee, beispielsweise werden am Rettenbachferner (Ötztaler Alpen) 478 cm oder südlich von Andermatt durchschnittliche Schneehöhen von über 300 cm auf 2000 m Meereshöhe verzeichnet. Die Schneelage in den Bayerischen Voralpen auf niedrigeren Höhen ist der Jahreszeit entsprechend stark von der Exposition abhängig. Während laut Bayerischem Lawinenlagebericht die Schneedecke „sonnseitig bis etwa 1500 Meter weitgehend ausgeapert ist“ findet man nordseitig auch noch am Alpenrand eine ausreichende Altschneedecke ab etwa 1100 Meter vor.

Die erste Tour der Wandersaison will gut geplant sein. Der Deutsche Alpenverein hat praktische Informationsquellen für die wichtigsten Grundvoraussetzungen wie Wetter und Bedingungen zusammengestellt:

Ein Blick in das Bergwetter des Deutschen Alpenvereins unter alpenverein.de/bergwetter zeigt in einer Übersicht die Großwetterlage im Alpenraum an und liefert dazu detaillierte Infos für die einzelnen Gebiete. Mit grafischen Layern für Niederschlag und Schneefall erhalten Bergsportlerinnen und Bergsportler eine schnelle Übersicht über das Wettergeschehen. Die Liste der Punktprognosen ist umfangreich, beispielsweise finden Kletterer nun Vorhersagen für das beliebte Finale Ligure, Fernwanderer für ihr – hoffentlich sonniges – Ziel Venedig. Insgesamt werden rund 140 detaillierte Vorhersagen angeboten. Diese Punktprognosen werden jetzt zwei Mal täglich erneuert; einmal in den frühen Morgenstunden gegen 4 Uhr und noch einmal mittags gegen 14 Uhr.

Und noch ein DAV-Service unterstützt bei der Tourenplanung: Jeden Donnerstag um 16 Uhr liefert der DAV einen Bericht zu Wetter und aktuellen Bedingungen für das bevorstehende Wochenende, den „Bergbericht“. Abgestimmt darauf wird der beliebte Service „Tour der Woche“ weitergeführt. Vom Spaziergang im Flachland über Skitouren im Hochgebirge bis hin zu Wanderungen in unterschiedlichstem Gelände: Im Archiv der Tour der Woche findet sich eine abwechslungsreiche Sammlung aller bisherigen Touren für jeden Geschmack.

Besonders praktisch zur Einschätzung der witterungsbedingten Situation vor Ort sind die aktuellen Bedingungen im Tourenportal alpenvereinaktiv.com, die für die einzelnen Touren bzw. Locations von der Community eingespeist werden. So wird direkt kommuniziert, im besten Fall mit Fotos, wie die Bedingungen auf Tour waren und worauf es ggf. zu achten gilt.

Verlässliche Helfer für diesen Zweck sind natürlich auch Webcams, hier sind die Interessantesten in einer nützlichen Link-Sammlung zusammengestellt:

Tipps für Frühjahrstouren

Bei der ersten Tour im Frühjahr sollte auf einige Dinge geachtet werden. Realistische Selbsteinschätzung – vor allem nach der Winterpause – und sorgfältige Planung sind besonders wichtig. Bei der optimalen Vorbereitung zum Saisonstart helfen die 10 Wandertipps des Deutschen Alpenvereins in Zusammenarbeit mit dem Club Arc Alpin (CAA).

Eine aktuelle Gefahr stellen Schneefelder dar, vor allem an nordseitig ausgerichteten Hängen. Dort gilt es besonders vorsichtig zu sein. Beim Überqueren empfiehlt DAV-Bergsportexperte Robert Mayer eine defensive Vorgehensweise: „Besondere Vorsicht ist an steilen und hart gefrorenen Schneefeldern geboten. Wer abrutscht, erreicht schnell hohe Geschwindigkeiten, und das oft felsige Gelände am unteren Ende wird zur gefährlichen Falle.“ Nur mit viel Erfahrung und entsprechender Ausrüstung (Grödel/Steigeisen und Pickel) sollte man solche Schneefelder angehen. Mehr Infos zu Altschneefeldern gibt es hier.

Die Wahl der richtigen Ausrüstung spielt bei jeder Tour eine wichtige Rolle, besonders aber in der Übergangszeit von Winter zu Sommer. Von sommerlicher Witterung im Tal darf nicht auf gleichbleibende Bedingungen am Berg geschlossen werden. Hilfreiche Tipps, welche Ausrüstung nicht fehlen darf und wie der Rucksack richtig gepackt wird, gibt es hier.

Wandertipps in ganz Deutschland haben die 356 Sektionen des Deutschen Alpenvereins anlässlich des Jubiläums zusammengestellt. Im „Jubiläumstourenbuch“ sind die 150 schönsten Touren zwischen Harz und Hohen Tauern zu finden. Die Touren gibt es auch in digitaler Form im Tourenportal der Alpenverein unter alpenvereinaktiv.com.

Alpenvereinshütten eröffnen die Saison

Wenn der Schnee schmilzt und die Wege langsam frei werden, erwachen auch die meisten Alpenvereinshütten aus dem Winterschlaf. Die Vorbereitungen für die kommende Bergsaison laufen auf einem Teil der Hütten auf Hochtouren, die anderen haben bereits ihre Türen geöffnet. Der DAV hat eine Übersicht der Eröffnungsdaten erstellt. Aber Vorsicht: Je nach Wetterlage können sich die Öffnungszeiten kurzfristig verschieben. Es ist daher ratsam, zuvor auf den Hütten anzurufen. Weitere Hinweise zum richtigen Verhalten auf Alpenvereinshütten bzw. für Neulinge auf Hütten gibt es hier.

Hüttentrekking, also das Wandern von Hütte zu Hütte im Rahmen von Mehrtagestouren erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Neben populären und hochfrequentierten Routen wie dem E5 gibt es weniger bekannte und ruhigere Alternativen, die den anderen Touren in nichts nachstehen und bei denen die Wahrscheinlichkeit für ein freies Lager in den Hütten größer ist. Dazu zählen beispielsweise Verwallrunde, Tauernhöhenweg, Berchtesgaden-Lienz oder Garmisch-Brixen. Für eine gelungene Hüttentour ist eine gute Planung unerlässlich. Wie diese Vorbereitung im Idealfall aussieht, ist hier erläutert.

Doch nicht nur auf Alpenvereinshütten beginnt die Saison, auch auf Almen geht es wieder los: Das Vieh wird für den Sommer auf den Berg getrieben und die Almen öffnen ihre Türen, Wege und Weideflächen auch für passierende Wanderer und Wanderinnen. Worauf es zu achten gilt, wenn es zu einem Zusammentreffen mit Kühen kommt, wurden Verhaltensregeln zusammengestellt.

Bergsport in TV, Radio und im neuen DAV-Bergpodcast

Sollte das Wetter doch nicht mitspielen und der geplanten Tour einen Strich durch die Rechnung machen, gibt es anlässlich des 150. DAV-Jubiläums eine umfassende Berichterstattung über alpine Themen im BR Hörfunk an Fernsehen. Eine detaillierte Übersicht des Programms gibt es hier.

Ebenfalls anlässlich des Jubiläums hat der Deutsche Alpenverein den ersten Bergpodcast unter dem Titel EinsFünfNull herausgebracht. Im Bergpodcast „EinsFünfNull“ kommen Menschen zu Wort, die ohne Berge und den Bergsport nicht leben könnten, unsere Alpen schützen oder beruflich mit ihnen zu tun haben. Wir sprechen zum Beispiel mit der Ausnahmebergsteigerin Dörte Pietron und Urs Stöcker, dem Trainer des Nationalkaders Klettern. Wir geben Tipps und Infos zum Klimaschutz und dazu, was jeder Einzelne tun kann. Wir fragen den DAV-Sicherheitsforscher Christoph Hummel, wie man in den Bergen Unfälle vermeiden kann. Unsere Themenpalette ist so vielfältig wie der Deutsche Alpenverein. EinsFünfNull ist ein Gemeinschaftsprojekt namhafter Podcaster. Für 2019 sind insgesamt rund 20 Folgen geplant, bisher sind sieben Podcasts erschienen. Den Bergpodcast gibt es auch auf iTunes, Spotify und Deezer.

Fotos: Wolfgang Ehn/Hans Herbig/Thilo Brunner/DAV

...danke für's WeitersagenTwitterFacebookPinterestEmailWhatsApp
Von
Kyra Berkenhof
Meine Meinung

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