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Mieming feierte „Fasnacht“ – Die Prominenz musste ins Hexenbad
Bei der Mieminger Fasnacht geben traitionell Hexen, Bären und Krameter den Ton an. Foto: Knut Kuckel / #tirolbayern
Bei der Mieminger Fasnacht geben traitionell Hexen, Bären und Krameter den Ton an. Foto: Knut Kuckel / #tirolbayern

Mieming feierte „Fasnacht“ – Die Prominenz musste ins Hexenbad

Alle drei Jahre – so ist’s der Brauch. Mieming feierte nach 2014 am Sonntag, den 11. Februar 2018 wieder Fasnacht. In vier Ortsteilen waren Tausende auf ihrem Weg. Zum Auftakt trafen sie sich in Zein und Untermieming.

Weiter ging’s am Mittag in Obermieming und zum Finale in Barwies.

Nach dem grandiosen Auftakt am Vormittag in Zein und Untermieming, zog die Narrenschar mit all‘ ihrem Hab und Gut nach Obermieming. Vor dem Gemeindeplatz warteten schon Tausende Schaulustige auf die Fortsetzung. Die Hexen & Bären luden besonders prominente Miemingerinnen und Mieminger zum öffentlich Bad in ihrer Hexenküche ein. 

Zum Finale in Barwies warteten alle vor dem Kirchplatzl auf den bekannt legendären Auftritt der Doign. Sie verhöhnten mit einer bunten Schlager-Pop-Persiflage manches gesellschaftliche und vor allem politische Geschehen in Mieming, unter anderem den – aus ihrer Sicht – „Kult“ um den Badesee. Der Doign-Auftritt wurde von vielen geradezu frenetisch gefeiert und war zugleich Abschluss und Höhepunkt der Fasnachtsaufführungen.

Als Karneval, Fastnacht, Fasnacht, Fasnet, Fasching, Fastabend, Fastelovend, Fasteleer oder fünfte Jahreszeit bezeichnet man die Bräuche, mit denen die Zeit vor der vierzigtägigen bzw. sechswöchigen Fastenzeit ausgelassen gefeiert wird.

In Mieming, im Tiroler Oberland, heißt der Fasching „Fasnacht“.

Die Fasnacht 2018 in Mieming war eine mehr als erfolgreiche Gesamtleistung von schätzungsweise ca. 150 Aktiven, die monatelang geplant, organisiert und gebaut haben. Ihr größter Erfolg war wohl heuer, „dass man so viele neue Gesichter unter den vielen Zusehern sah“, kommentierte in einem Gespräch mit #tirolbayern Bürgermeister Klaus Stocker aus der Nachbargemeinde Wildermieming. 

Alle Miemingerinnen und Mieminger waren in närrischer Mission vereint. „Bunte Fasnachtswagen zogen durch das Dorf, um der Labara der Stöttlhex einen gebührenden Empfang zu geben“, schreibt Agnes Dorn am Rosenmontag in der Tiroler Tageszeitung.

Tonangebend in der Mieminger Fasnacht ist der Liechtmessverein: Das letzte Mal als Paragraphenritter auf einer »denggmalgeschützten« Burg im Einsatz, machte der Liechtmessverein auch heuer wieder auf die Ereignisse in der Gemeinde aus den vergangenen vier Jahren »mit spitzer Zunge« aufmerksam. Die berühmte »Labara« (Anm. die Schmährede, die der Stöttlhexe in den Mund gelegt wird) erschallte wortgewaltig vom Wagen des Liechtmessvereins wortgewaltig: In Dialogform nahmen die beiden Ur-Mieminger Fasnachtler Reinhard Neuner und Georg Spielmann verschiedene Ereignisse aufs Korn. Mit Geschichten der „lieben Leut“ aus Obermieming, Barwies, Fronhausen oder See“.

Die Labara 2018 war – so die Meinung der Experten rundum – „weniger bissig als in früheren Jahren“, bekam vielleicht gerade deshalb viel Applaus? Wie auch immer, das ist Ansichtssache.

Zum Finale spielte die „STÖTTLvielHarmonika“ das von Ulli Happ komponierte Mieminger Fasnachtslied. Inzwischen auf YouTube mehr als acht Millionen mal angeklickt. In den Wägen, gegenüber der Handlung Perkhofer wurde bis in die Morgenstunden ausgelassen Party gefeiert. Frei nach dem Motto eines Wagens „In isch wer drin isch“.

Zur Faschings-Szenerie gehören die Mieminger Plattler, eine edel maskierte Gruppe der Schuachplattler. Sie waren am Sonntag zum zweiten Mal bei der Fasnacht dabei und präsentierten in ihrem Programm mit dem Auftritt der „Goaßln“ eine peitschenschwingende Premiere. Das Goaßlschnalzen ist ein bayerisch-österreichischer Brauch.

Das Fazit zum Faschingssonntag in Mieming fällt mehr als positiv aus: „Ganz große Fasnacht“ – so war vielfach zu hören. Die „Liechtmesser“, „Hexen & Bären“, „Die Doign“, „Plattler“, „Laninger“, Krameter und die „Stöttlvielharmoniker“ machten Mieming zur fröhlichsten Gemeinde im Oberland.

„Das war Fasnacht für die Seele“, so Bgm. Klaus Stocker aus der Nachbargemeinde Wildermieming. „Organisiert von den Leuten, nicht vom großen Geld. Deshalb so erfolgreich.“

Hintergrund zur Mieminger Fasnacht:

In den 70er- und 80er-Jahren fanden acht „Fasnachten“ in Mieming statt, die der »zuagroaste« Imster Franz Prischka als Fasnachtsfan initiierte und organisierte, bis die Begeisterung wieder erlosch. Am 2. Februar 1998 wurde der Liechtmessverein aus der Taufe gehoben, schon damals vor 20 Jahren mit dem Plan, Fasching und Fasnacht wieder zu aktivieren, so Obmann Wolfgang Schatz. Das Jubiläum wurde heuer mit einem eigenen Liechtmessball gefeiert und der Umzug am 11. Februar war Höhepunkt der Fasnachtszeit.

Fotos: Knut Kuckel / #tirolbayern

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Von
Knut Kuckel
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